
Die Konservendose feiert Geburtstag, denn sie wurde in diesen Tagen 200 Jahre alt. Zwar wurde sie für französiche Soldaten erfunden, doch patentieren lies sie der englische Kaufmann Peter Durand am 25. April 1810. Der französische Konditor und Zuckerbäcker Francois Nicolas Appert aus der Champagne entdeckte eine Möglichkeit, “tierische und pflanzliche Substanzen in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre zu erhalten”. Er hatte herausgefunden, dass man Lebensmittel durch Erhitzen sterilisieren, und durch Luftabschluss konservieren konnte. Dazu angeregt wurde er von Napoleon Bonaparte, der 1795 einen Preis von 12.000 Goldfranken für denjenigen aussetzte, der ein Verfahren entwickelt, mit dem man Nahrungsmittel haltbarer machen konnte, damit Soldaten sich nicht durch Plünderungen ernähren mussten.
Vorausgegangen war das Problem, dass im Krieg die soldatische Kampfmoral oft unter fehlendem oder verdorbenem Proviant litt. Doch F. N. Appert benutzte bei seiner “Erfindung” noch Flaschen, die dann aber auf hoher See und Schlachtfeldern leicht zu Bruch gingen. Trotzdem erhielt er das Geld ausgezahlt. Zwar wurden Lebensmittel schon lange vor Napoleon geräuchert, gedörrt und gepökelt, und in Öl oder Alkohol eingelegt, aber der ganz große Vorteil der neuen Erhitzungsmethode bestand nun darin, dass der Innhalt dieser neuartigen Konserven erstmals nicht nach Würmern, Essig oder Salzlake schmeckte, sondern seinen ursprünglichen Geschmack behielt. George Orwell meinte einmal, dass es ohne Konservendose keinen Ersten Weltkrieg gegeben hätte. Eine richtige Produktion von Kondervendosen starteten nämlich im Jahre 1813 die Engländer Bryan Donkin und John Hall mit ihrer Fabrik, um damit die britische Armee mit haltbarer Nahrung zu versorgen. Die zuerst noch mit Blei verlöteten Konservendosen ließen sich, statt mit Beil oder Bajonett, nach der Erfindung des Dosenöffners 1858 durch den Amerikaner Robert Yeates dann viel besser öffnen. Zwar kann man über Dosengeschmack streiten, aber ohne Konservendosen wären auch die Quellen des Nils oder Süd- oder Nordpol nie entdeckt worden und auch Chikago wäre keine Fleischmetropole, sondern noch eine Kleinstadt. Und auch der Hunger in der Welt wäre noch viel schlimmer.











