Auf meiner Hessen-Franken-Gourmet-Tour Ende Juni, Anfang Juli, bin ich auch in Bad Staffelstein gewesen. Die Stadt Bad Staffelstein liegt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels, und erstreckt sich beiderseits des Mains, zwischen den Eierbergen im Nordwesten und den Jurahöhen im Süden, wobei die Kerngemeinde sich an dessen linkem Ufer befindet, im sogenannten Gottesgarten am Obermain, der viele Sehenswürdigkeiten aufweist. Dazu zählen die von Balthasar Neumann erbaute Basilika Vierzehnheiligen, Kloster bzw. Schloss Banz und als Ausflugsziel der nahe Staffelberg. Ein interessantes Gebäude der Stadt ist das Rathaus (von 1684 bis 1687 erbaut unter Verwendung des spätmittelalterlichen Erdgeschosses). Es ist ein dreigeschossiges fränkisches Fachwerkhaus und prägt den Marktplatz der Stadt. Mehr zur Geschichte und Entwicklung Bad Staffelsteins lesen Sie auch hier. Das Obermain-Gebiet ist eine alte Kulturlandschaft. Rund um den Staffelberg und auf dem Plateau dieses "heiligen Berges der Franken" siedelten Menschen bereits vor mehr als 5000 Jahren. Der Staffelberg ist seit dem Neolithikum besiedelt. Hier befand sich in der keltischen Zeit auch ein Oppidum, das der Geograf Ptolemäus als Menosgada erwähnt, das aber wohl um die Zeitenwende mit dem Vordringen der Germanen aufgegeben wurde, die im Maintal siedelten. Weitere Informationen zu den Germanen findet man auch hier. Entsprechende Fund- und Grabungsberichte gibt es dazu hier. Auf dem Chamnitzen, einem 300 Meter langen Felsenriff zwischen Kümmersreuth und Lahm, fanden sich zertrümmerte Tongefäße germanischen Ursprungs, die den Gedanken nahe legen, dass hier ein Kultplatz lag, denn das Felsstück ist zur Besiedlung ungeeignet. Der Staffelberg, das Kloster Banz und die Basilika Vierzehnheiligen bilden das "Dreigestirn" rund um Bad Staffelstein, das schon vielfach besungen worden ist: "Wohl auf, die Luft geht frisch und rein..." - die "Wanderfahrt" von Viktor von Scheffel kennen viele. Auf dem Staffelberg und in den Wirtshäusern im Bad Staffelsteiner Land wird es gerne gesungen.Weitere interessante Themen zu Bad Staffelstein finden sie auch hier.
Der bekannteste Sohn der Stadt ist wohl der deutsche Rechenmeister Adam Ries, der hier 1492 oder 1493 geboren wurde. Adam Ries gilt allgemein als der „Vater des modernen Rechnens”. Er hat mit seinen Werken entscheidend dazu beigetragen, dass die römischen Zahlzeichen als in der Praxis unhandlich erkannt und weitgehend durch die nach dem Stellenwertsystem strukturierten indisch-arabischen Zahlzeichen ersetzt wurden. Der Ausspruch „macht nach Adam Ries(e)” wird heute noch gern gebraucht, um die Richtigkeit eines Rechenergebnisses zu unterstreichen. Bis heute weist der Adam-Ries-Bund mehr als 20.000 direkte Nachfahren auf. Mehr zu Adam Ries gibt es hier und zuzum Adam -Ries-Bund hier. Die erste urkundliche Erwähnung über Adam Ries gibt es 1517 und das erste Rechenbuch 1518, in der zweiten Auflage 1525. Adam Ries starb um den 30. März herum 1559 in Annaberg oder Wiesa. In der Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirge, befindet sich in seinem ehemaligen Wohnhaus in der Johannissgasse 23 das Adam-Ries-Museum. Dort taucht der Besucher ein in den sagenhaften Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit, in das Zeitalter der Renaissance, der Entstehung eines neuen Weltbildes … Er wird zurückversetzt in eine Zeit, in der die Rechenmeister dank des aufkommenden Geldhandels zu einer wesentlichen Stütze von Volkswirtschaft und Volksbildung wurden und in der Mathematik selbst die Künste in punkto Perspektive und Proportion befruchtete. Und ganz in der Nähe, ebenfalls im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels, nämlich in Ebensfeld, dem" Tor zum Obermain", habe ich dann noch meinen Xing-Kontakt Heinrich Polig in seinem Brauereigasthof zum Schwan besucht und eine deftige Mittagspause eingelegt. Ich habe mir dort eine leckere hausgemachte Braumeister-Suppe und ein Bierbrauersteak mit Bier-Kümmelsauce und Bratkartoffeln schmecken lassen. Jederzeit gerne wieder!




























