Archive for Juni 30th, 2011

30 JunRhönlamm auf Reisen – zu Besuch bei jahrhundertealten Schwarzwald-Bauernhöfen

Freilichtmuseum Fürstenberger Hof in Zell a. H. Foto: Rainer Prüm

Auf meiner diesjährigen  “Schwarzwald-Gourmet-Tour” waren natürlich auch einige feste touristische “Anlaufstationen” vorgesehen. Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten, wie historische Altstädte, Schlösser, Burgen, Wasserfälle, usw. aber auch Museen. Und was lag da näher, als sich im Schwarzwald einige alte Bauernhöfe anzuschauen, die mittlerweile als Freilichtmuseen existieren. Auf dem Weg von Gengenbach über Zell am Harmersbach hatte ich mir als erstes dazu den Fürstenberger Hof aufgesucht. Das Heimatmuseum Fürstenberger Hof in Zell am Harmersbach ist ein strohgedeckter Bauernhof und wurde 1660 von einem Bauern aus dem Fürstenbergischen Gebiet erbaut. Bis 1971 war der Hof dann von den Fürstenbergern, der Familie Armbruster bewohnt und bewirtschaftet. Danach kaufte ihn die ehemalige Gemeinde Unterharmersbach (jetzt Stadtteil von Zell am Harmersbach) und richtete darin ein Schwarzwälder Bauernmuseum ein, das inzwischen Jahr für Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt anzieht. die dortigen Öffnungszeiten des Museums sind: ab April bis Oktober jeden Donnerstag und Sonntag sowie Ostermontag, 1.Mai  und Pfingstmontag: jeweils von 15.00 bis 17.00 Uhr sowie in der Nacht der Museen am Freitag, 3.September von 19.00 bis 24.00 Uhr. Natürlich sind auch Sonderführungen ganzjährig möglich. Der Fürstenberger Hof bietet eine Vielfalt von interessanten Informationen und Exponaten aus dem Bauernleben vergangener Jahrhunderte. In Küche, Stuben und Wirtschaftsräumen wurden unzählige Zeugen aus der Zeit vor 350 Jahren zugänglich gemacht. Mehr dazu auch hier.

Das Schauinslandhaus von 1730 Im Museum Vogtsbauernhof, Foto: Rainer Prüm

Ein weiterer historischer Bauernhof, ist der aus dem Jahre 1761 stammende Speicher in Oberharmersbach. Er stand früher beim “Schwobelenzenhof” im Holdersbachtal. 1985 begann man mit dem Abbruch, um das Gebäude nach drei Jahren an dem jetzigen Platz wieder zu errichten. Neben dem Speicher fand die neu erbaute Mühle ihren Platz. Die Räume des Speichers und der Alten Mühle geben einen Einblick, unter welchen Vorraussetzungen die Menschen bis zu Beginn dieses Jahrhunderts gearbeitet, gelebt und sich ernährt haben. Mehr dazu auch hier.

Der Speicher in Oberharmersbach, Foto: Rainer Prüm

Und noch ein Freilichtmuseum, nur sehr viel größer, nämlich rund 5,5 Hektar, befindet sich bei Gutach. Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach ist das älteste Freilichtmuseum Baden-Württembergs. Es stellt das Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen im Schwarzwald in den letzten Jahrhunderten dar. Das Freilichtmuseum hat seinen Namen vom Vogtsbauernhof, der seit 1612 an dieser Stelle steht und dessen Eigentümer um 1650 Talvogt in Gutach war. Mit diesem Schwarzwaldhaus gründete Hermann Schilli 1963 das Museum. Im Lauf der Jahre kamen weitere Bauernhöfe hinzu, die an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und im Museum Vogtsbauernhof wieder aufgebaut wurden:letzten Jahrhunderten dar. Der Museums Vogtsbauernhof liegt in Gutach (Schwarzwaldbahn) (Ortenaukreis) im mittleren Schwarzwald. Das Museum liegt direkt an der B 33 zwischen Offenburg (Anschluss an die A 5) und Villingen-Schwenningen (Anschluss an A 81). Mit dem Zug erreicht man das Museum mit der Schwarzwaldbahn über den Bahnhof Hausach. Die Öffnungszeiten sind vom 27. März bis 6. November 2011 täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr (letzer Einlass bis 17:00 Uhr) und im August täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr (letzter Einlass bis 18:00 Uhr). Hier kann man Kultur und Geschichte hautnah erleben: in den schwarzen Küchen riecht es noch nach dem Rauch des letzten Feuers. Im Stall stehen alte Haustierrassen, auf Weiden tummeln sich Schafe, Ziegen und Hühner. Vom harten Arbeitsalltag der Bewohner zeugen handgefertigte Arbeitsgeräte und zahlreiche Werkzeuge, die noch bei vielen Vorführungen und Aktionstagen zum Einsatz kommen. Dort kann man sechs voll eingerichtete Eindachhöfe, ein Tagelöhnerhaus, sowie zahlreiche Nebengebäude, wie Mühlen, Sägen, Kapelle, Speicher und Leibgedinghaus, besichtigen. Man erlebt dort 400 Jahre Geschichte und wie einst Küchen, Stuben und Kammern eingerichtet waren und steht mitten im Alltag der Bewohner.

Der Vogtsbauernhof bei Gutach von 1612. Foto: Rainer Prüm

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