26 JanHeute mal eine kleine Rhönlamm Chronik

Rhönschafe, Foto: Manfred Dehler

Das Rhönschaf ist eine landschaftstypische Schafrasse der Rhön. Kennzeichnend ist der schwarze, bis hinter die Ohren unbewollte Kopf. Das Rhönschaf ist ein mittelgroßes bis großes, hochbeiniges und hornloses Schaf, das hervorragend an ein raues Mittelgebirgsklima angepasst ist. Sein Fleisch gilt als zart, mild und würzig. Es gilt als eine der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. 1844 schrieb man in Akten des Hochstiftes Fulda: „Das gewöhnliche Schaf des Rhönlandwirtes ist ein gemeines teutsches Schaf in einer eigenthümlichen Art, welches selbst im Ausland unter dem Namen ‘Rhönschaf’ gekannt wird. Es ist gelb-weiß mit einem schwarzen Kopf ohne Hörner, trägt eine grobe, wenig gekräuselte, wenig elastische Wolle, ist von großem Körperbau, starkknochig und von großer Mastfähigkeit“. Mehr zum Rhönschaf auf Wikipedia hier.

Chronologie des Rhönschafs

1721 Erste Abbildung des Rhönschafs durch den Maler Friedrich Wilhelm Hirt

1800 Zahl der Rhönschafe wird auf 400.000 geschätzt

1813 Rhönschaf wird nach Frankreich importiert

ab 1850 erste Baumwolltransporte

1878 Einfuhrstopp für Rhönschafe nach Frankreich

ab 1950 starker Rückgang der Schafhaltung

1975 Rhönschaf wird zur bedrohten Haustierrasse erklärt

1980 Nur noch wenige Rhönschafe werden von Hobbyschäfern gezüchtet

Auch in der ehemaligen DDR wurde die staatliche Zuchtarbeit für Rhönschafe 1969 eingestellt. Die Halter wurden veranlasst ihre Tiere abzuschaffen. Einigen mutigen Züchtern, die sich nicht beirren ließen, ist es zu verdanken, dass das Rhönschaf nicht ganz von der Bildfläche verschwand.

Der erste kulinarische Siegeszug des Rhönschafs

Wir schreiben das Jahr 1813. Napoleon kommt, nach seiner Niederlage gegen die Preußen, auf dem Rückzug durch die Rhön. Man reicht ihm Fleisch vom Rhönschaf und es schmeckt ihm sensationell. Schließlich sorgt er dafür, dass das Rhönschaf nach Frankreich importiert wird und dort sowie in England zu einer begehrten Delikatesse wird.

Rhönlamm, Foto: Rainer Prüm

In 100 Jahren von 100.000 auf 100

Das Aufkommen des wesentlich fleischigeren Merinoschafes, die vermehrte Umstellung auf Rinderhaltung, die Einfuhr von Baumwolle und die Erfindung synthetischer Stoffe verändern die Situation des Rhönschafes grundsätzlich.

Auch wird im Jahre 1878 die Einfuhr des Rhönschafs nach Frankreich verboten. All dies bewirkt den stetigen Rückgang der Population, der seinen dramatischen Höhepunkt knapp 100 Jahre später erreicht: 1960 werden nur noch 300, 1975 gar nur noch 100 Tiere gezählt. In den letzten Jahren wurde das Rhönschaf im Zuge des Regionalmarketings in der Rhön zu einem Sympathieträger der Region, heute liegt der Gesamtbestand zum Glück im fünfstelligen Bereich. Und soll weiter gesteigert werden.

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