Nachdem sie schon den ganzen Winter über im Garten die aufgestellten Futterhäuschen aufgesucht haben, pfeifen unsere Vögel jetzt fröhlich den beginnenden Frühling herbei. Noch. Denn die Vögel werden (leider) weniger. Die Vogelwelt Mitteleuropas hat in den letzten Jahrhunderten eine enorme Verdrängungen erfahren, die ganz wesentlich durch den Menschen, u.a. durch die Landwirtschaft, verursacht wurden. Sie betreffen hauptsächlich den Lebensraum und die Nahrungsgrundlagen der Vögel und damit auch die Frage nach dem Sinn der Zufütterung wild lebender Singvögel. Die Singvögel sind in der Ornithologie eine Unterordnung der Sperlingsvögel . Die größte der etwa 4.000 Arten ist mit über 60 cm Körperlänge der Kolkrabe. Und die kleinste das etwa 5 Gramm schwere Wintergoldhähnchen. Und zu den Allerweltsarten unter unseren Vögeln gehören Kohl- Blau-, Hauben-, Tannen-, Schwanz-, Weiden- und Sumpfmeisen und Haus- und Feldsperlinge, Buch- , Grünfinken und Kernbeisser, Mönchsgrasmücken und Heckenbraunellen, Amseln und Rotkehlchen, Dompfaffe, bzw. Gimpel und Goldammern, Eichelhäher und Elstern, Nachtigallen und Klappergrasmücken, Kuckucke und Mittelspechte, Erlenzeisige und Bachstelzen, Drosseln und Zaunkönige, Gartenbaumläufer und Stare, Bunt- , Schwarz- und Grünspechte, Ringeltauben und Bergfinken, Mehl- und Rauchschwalben, Hausrot- und Gartenrotschwänze, Distelfinke, bzw. Stieglitze und Kleiber, Bluthänflinge , Gelbspötter und Girlitze, Wacholderdrosseln und Zilpzalps und viele, viele andere. Selbst Nebelkrähen oder Dohlen.
Insgesamt vielleicht 40 – 70 Vogelarten, die in Städten und Dörfern, in Gärten und Parks mehr oder weniger regelmäßig, mehr oder weniger häufig, anzutreffen sind – sei es als Brutvögel oder als (winterliche) Gäste, sei es als Bewohner der Bäume und Gebüsche oder der Teiche und Ufer. Bei mir im Garten sind es etwa rund 40 verschiedene Arten. Und da ich nahe am Wald wohne, gibt es auch gelegentlich einige Greifvögel zu sehen, bzw. zu hören, wie den Mäusebussard, den Waldkauz, oder Habichtarten. Die Greifvögel (Falconiformes) sind eine Ordnung der Vögel, der üblicherweise die Familien Habichtartige (Accipitridae), Falkenartige (Falconidae) sowie der Fischadler und der Sekretär jeweils als eigene Familie Pandionidae bzw. Sagittariidae zugeordnet werden. Mehr zu den Greifvögeln auf wikipedia hier. Der Körper der Singvögel ist auf das Fliegen und somit eine schnelle Fortbewegung in der Luft ausgerichtet. Zudem ist ihr Körperbau auch auf das Singen spezialisiert. Das Skelett ist sehr leicht und trotzdem stabil gebaut. Viele Knochen, darunter auch der kräftige Schnabel, sind innen hohl, so dass in sie Ausstülpungen der Luftsäcke hineinragen. Sie werden deshalb „pneumatisierte Knochen“ genannt. Die schweren Körperteile, vor allem Flug- und Beinmuskeln, liegen eng am Brustkorb und an der Wirbelsäule an, so dass der Vogel im Flug sehr gut das Gleichgewicht halten kann. Die Flugmuskulatur mit ihrem äußerst aktiven Stoffwechsel gilt als effizienteste Skelettmuskulatur aller Wirbeltiere. Jedoch verbrennt ein Singvogel im Flug 15 Mal so viel Energie wie im Ruhezustand. Singvögel haben einen Gesichtskreis von 300° bis 320°, da sie ihre seitlich gelegenen Augen unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen bewegen können. Mit diesem Gesichtskreis sind sie in der Lage, alles das wahrzunehmen, was vor ihnen, seitlich und schräg hinter ihnen passiert.
Singvögel vermögen Farben zu unterscheiden. Das Hörvermögen der Singvögel ist sehr ausgeprägt. Die untere Hörgrenze liegt bei 1500 Hertz ( Hz) und die obere bei 29000 Hz. Manche Vertreter dieser Unterordnung können zudem sehr schnelle Tonfolgen unterscheiden, im Gedächtnis speichern und wiedergeben. Das Tonunterscheidungsvermögen der Singvögel ist so ausgeprägt, dass sie Töne unterscheiden können, die nur um 0,3 Prozent in der Höhe voneinander abweichen. Zudem können sie auf etwa 20° genau erkennen, woher ein Ton kommt. Mehr zu heimischen Singvögeln auch auf wikipedia hier. Die Lebensräume von Vögeln und von Tieren allgemein sind von sehr unterschiedllicher Ausdehnung. Von Größe und Mobilität des Tieres und seinen Ernährungsgewohnheiten einerseits sowie der Biotopbeschaffenheit und dem Nahrungsangebot andrerseits hängt es ab, wie groß das Territorium, das Revier eines Individuums oder Paares ist. Vögel sind, verglichen mit Insekten und noch kleineren Tieren, schon recht groß, und zur Brutzeit sind sie fast alle Fleischfresser. Ein Meisenpaar das 5-10 Junge aufzieht, braucht eine Menge Lebendbeute. Die Mindestgröße eines Kohlmeisenrevieres beträgt daher immerhin rund 3.000 Quadratmeter, wobei zu bedenken ist, dass die Meisenfamilie diese Fläche mit anderen Vogelarten teilen muss. Keine andere Tiergruppe ist in der Lage, so schnell und über so große Entfernungen den Ort zu wechseln wie die Vögel. Mehr dazu findet man in den Büchern von Michael Lohmann “Vogelparadies Garten”, Holger Haag “Vögel füttern im Winter” sowie Peter Berthold und Gabriele Mohr “Vögel füttern – aber richtig” und anderen. Wer will, kann sich hier noch den Gesang verschiedener Singvögel anhören, bzw. sie hier hören und sehen.
Wer etwas für unsere gefiederten Freunde draussen tun will und auch den entsprechenden Platz hat, kann z.B. als Vogelfutter geeignete Futterpflanzen und Futtermittel bereitstellen. Eine hervorragende Serie darüber ist in den Ausgaben von 2008 der Zeitschrift “Gefiederte Welt” zu finden, zuletzt Teil 10 über den Beifuss. Unter der Internetadresse www.versele-laga.com gibt es eine ausgezeichnete Übersicht über verschiedene, als Vogelfutter geeignete Samen von Prestige. Hohla schrieb in der Zeitschrift ÖKO-L (Nr. 26:3) über die Eignung verschiedener Hirsen. Welche Vogelarten welches Getreide (Weizen ungeschält, Weizen geschält, Roggen, Hafer, usw.) bevorzugt fressen, wurde von Perkins untersucht. (Perkins et al. 2007, Bird Study 54:46). Eine Auflistung verschiedener Pflanzen für Gärten, die Vögel nützen, haben Anita und Norbert Schäffer aufgestellt. (Gartenvögel, Aula 2006). Aber es gilt dabei immer: Wer Vögeln in seinem doch naturnahen Garten wirklich helfen will, muss zufüttern! Doch aufgepasst! Gerade Vogeltränken sollten im Garten regelmäßig gereinigt werden. Vivatier.com schreibt dazu: “„Vogeltränken mit verunreinigtem Wasser werden schnell zu Todesfallen für Singvögel“, so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. In den Vogeltränken, die Vögel auch oft zum Baden nutzten, könnten leicht Krankheitserreger wie Salmonellen, Pilze und Parasiten von Vogel zu Vogel übertragen werden. „Nur die regelmäßige Reinigung und der Austausch des Wassers verhindern die Weitergabe von Vogelkrankheiten“, mahnt der Biologe Eppler.
Und “Mein schöner Garten” schreibt dazu: “Immer mehr Gärtner (und Vogelfreunde) entscheiden sich gegen einen eintönigen, genormt-geradlinigen Garten und bevorzugen stattdessen eine lebendige Oase mit einheimischen Pflanzen, die vielen Tieren einen Lebensraum bietet. Blumenwiese statt Rasen, Naturteich statt Wasserbecken! Bereits kleine Änderungen verleihen dem Garten einen natürlichen Charakter. Einige Gartenpflanzen erobern durch Selbst-Aussaat erfolgreich unsere Gärten: Nach der Samenbildung wird ihr Saatgut in alle Winde verstreut und keimt anschließend sehr zuverlässig. Akelei, Vergissmeinnicht, Fingerhut, Spornblume oder Hornveilchen überraschen uns so jedes Jahr an anderer Stelle. Die freie Platzwahl verleiht jedem Garten natürliches Flair. Wer den Ausbreitungsdrang stoppen möchte, sollte vor der Samenreife alle verwelkten Blütenstände entfernen. Wichtig: Achten Sie beim Kauf von Saatgut auf einfach blühende Sorten, denn nur sie bilden in der Regel Samen aus. Gefüllte Blüten hochgezüchteter Zierformen sind hingegen meist steril. Schmetterlinge und Bienen bevorzugen bei ihrer Suche nach Nektar übrigens auch einfache Blüten. Nichts hat so viel natürlichen Charme wie eine Blumenwiese im Garten. Samenmischungen gibt es in vielen Variationen zu kaufen. Wichtig ist eine gute Bodenvorbereitung, denn wenn man das Saatgut lediglich auf bereits vorhandenem Rasen verstreut, können sich die Wildblumen nicht behaupten. Heben Sie stattdessen die Rasensoden ab, lockern Sie die Erde und arbeiten Sie bei schweren Böden Sand unter. Wildblumen mögen nährstoffarme Böden. Beste Aussaatzeit ist das Frühjahr. Gemäht wird zweimal: im Juni und dann noch einmal im September, am besten mit der Sense. Mehr Vogelfotos von mir gibt es auch in der Fotocommunity hier.









